Wie Viele Konzentrationslager Gab Es?

Wie Viele Konzentrationslager Gab Es
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Neben der Schutzhaft und der Vorbeugehaft entstand die Arbeitserziehungshaft als ein drittes Element nationalsozialistischer Repressionspolitik. Die jüdischen Arbeitsbataillone in mit dem NS-Staat verbündeten Ländern in Südosteuropa – vor allem in Bugarien, Rumänien, der Slowakei und Ungarn – waren wandernde Zwangsarbeitslager. Ab 1933 waren die Haftstätten der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und der Ordnungspolizei (Orpo) neben den Konzentrationslagern die zentralen Orte des Terrors und der Repression gegen die politischen Gegner des NS-Regimes. Zwischen 1933 und 1945 waren mehrere Millionen Menschen in Vollzugsanstalten der Justiz, Gefängnissen Untersuchungsgefängnissen, Zuchthäusern, Gerichtsgefängnissen und Strafgefangenenlagern im Deutschen Reich inhaftiert. Das System der Konzentrationslager in Europa umfasste zwischen 1936 und 1945 insgesamt 24 Hauptlager und über 1.000 Außenlager. Polizeihaftlager, die in den vom Deutschen Reich während des Zweiten Weltkrieges besetzten Gebieten eingerichtet worden waren, unterstanden teils der Zivilverwaltung wie in den Niederlanden, Norwegen, den Reichskommissariaten Ostland und Ukraine, teils standen sie unter Militärverwaltung wie in Frankreich, Belgien, Serbien und Griechenland. Im Unterschied zur „Zigeunerpolitik» vor 1933 zielte die nationalsozialistische Politik nicht auf Anpassung, sondern auf den gesellschaftlichen Ausschluss und letztlich die Vernichtung der Sinti und Roma. Neben Kriegsgefangenen und Häftlingen der Konzentrationslager sowie anderer Lager und Gefängnisse mussten rund 8,5 Millionen ausländische Zivilarbeiter zwischen 1939 und 1945 für den NS-Staat Zwangsarbeit leisten. Erst mit dem steigenden Bedarf an Arbeitskräften in der Rüstungsindustrie und anderen kriegswichtigen Wirtschaftszweigen im Verlauf des Zweiten Weltkrieges gewann die ökonomische Ausbeutung der jüdischen Arbeitskraft an Bedeutung. Zum Teil sind nur ungenaue Aussagen über die konkrete Zuordnung einzelner Lager innerhalb des nationalsozialistischen Lagersystems möglich, da viele Haftstätten und Lager im Laufe der Jahre einen Funktionswandel erlebten oder verschiedene Funktionen zugleich erfüllten.

: Portal zur Zwangsarbeit im NS-Staat

Welche Konzentrationslager gab es in Deutschland?

Auschwitz, Dachau, Bergen-Belsen – die Namen der großen Konzentrationslager wurden zu Synonymen für das nationalsozialistische Terrorregime. Solche authentischen Orte sind von zentraler Bedeutung, um an die nationalsozialistischen Verbrechen zu erinnern und der Opfer zu gedenken.

Wer hat das erste KZ gebaut?

Dachau errichtet: Das erste Konzentrationslager Im März 1933 eröffnen die Nazis in Dachau in der Nähe von München ihr erstes Konzentrationslager. Kurz darauf folgt das Konzentrationslager Oranienburg nördlich von Berlin. Im Emsland nahe der niederländischen Grenze entstehen die Lager Esterwegen und Börgermoor. In diesen Lagern müssen die Gefangenen Zwangsarbeit in der Moorkultivierung leisten. SS-Mann mit Maschinengewehr auf einem Wachtturm. KZ Esterwegen. Oktober 1935. Fotosammlung: Bundesarchiv Bildarchiv Gefangene und NSDAP-Bewacher im KZ Esterwegen. Oktober 1935. Fotosammlung: Bundesarchiv Bildarchiv Carl von Ossietzky, Schriftsteller, Pazifist und Friedensnobelpreisträger, mit einem KZ-Aufseher im KZ Esterwegen, Oktober/November 1935.

  1. Er ist hier vom Februar 1934 bis Mai 1936 inhaftiert und stirbt 1938 an den Folgen.
  2. Fotosammlung: Bundesarchiv Bildarchiv Gefangene vor dem Tor des Konzentrationslagers Dachau.27. Mai 1933.
  3. Fotosammlung: Bundesarchiv Bildarchiv Zwangsarbeit im Konzentrationslager Dachau.27. Mai 1933.
  4. Fotosammlung: Bundesarchiv Bildarchiv In diese Lager sperren die Nazis die Tausende von Menschen, die sie seit Hitlers Machtübernahme verhaftet haben.

Alle Gefängnisse sind überfüllt. Allein im Monat April werden Zehntausende Menschen festgenommen. Viele Opfer werden ohne Anklage inhaftiert. Die Nazis nennen das „Schutzhaft». Die Konzentrationslager sollen die Bevölkerung auch einschüchtern. Sie machen deutlich, was mit den Menschen geschieht, die sich gegen die Regierung wenden. : Dachau errichtet: Das erste Konzentrationslager

Was ist der Unterschied zwischen einem Konzentrationslager und einem Vernichtungslager?

Vernichtungslager: Ausführliche Informationen In dem von den Deutschen besetzten Europa wurden während des Zweiten Weltkriegs vielerorts Tötungszentren eingerichtet. Diese Einrichtungen dienten vorrangig oder ausschließlich dem Massenmord an Menschen in einem nahezu industrialisierten Verfahren.

  1. Einige wenige Gefangene konnten dem Tod vorübergehend entkommen.
  2. Sie wurden eingesetzt, um die Hauptfunktion dieser Einrichtungen in irgendeiner Form zu unterstützen.
  3. Die Tötungszentren werden auch als „Vernichtungslager» oder „Todeslager» bezeichnet.
  4. Dienten in erster Linie als Haft- und Zwangsarbeitslager.

Es wurden dort jedoch auch kleinere, ausgewählte Personengruppen ermordet. Vernichtungslager hingegen waren meist reine „Todesfabriken». Nahezu 2.700.000 Juden wurden in den Vernichtungslagern von SS und Polizei durch Ersticken durch Giftgas oder durch Erschießen ermordet.

Wie viel kostet der Eintritt in Auschwitz?

Unterkünfte – Die Stadt Oświęcim verfügt über ein breites Angebot an Hotels, Herbergen und Privatunterkünften, auch in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte. Die Webseite der Stadt Oświęcim gibt Auskunft über das bestehende Angebot. Für Schulklassen und Studienfahrten empfiehlt sich die Internationale Jugendbegegnungsstätte, die auch über pädagogische Angebote verfügt.

  1. Der Besuch der Gedenkstätte (Auschwitz I und Auschwitz II-Birkenau) ist kostenlos.
  2. Aufgrund der hohen Besucherzahlen ist es Besuchenden jedoch nur mehr zu bestimmten Uhrzeiten gestattet, die Gedenkstätte ohne Führung zu besuchen.
  3. Die Gedenkstätte bietet ein breites Spektrum an Führungen für Einzelbesuchende und Gruppen an.

Aufgrund des hohen Besucherandrangs empfiehlt es sich, Führungen vorab online zu buchen. Die Führungen sind kostenpflichtig. Um eine Führung zu buchen, oder kostenlose Tickets für Besuche ohne Führung zu erlangen, besuchen Sie bitte die vom Museum Auschwitz-Birkenau eingerichtete Seite visit.auschwitz.org,

  • Dort können Sie Ihre Tickets erwerben.
  • Der Zutritt ohne Führung ist in der Regel ab 16 Uhr möglich (variabel in den Herbst- und Wintermonaten).
  • Wählen Sie Ihren gewünschten Tag des Besuchs.
  • Tickets für Besuche ohne Führung – sofern für diesen Tag verfügbar – sind am Ende der Liste zu finden.
  • Wichtiger Hinweis: Der Nationalfonds hat keinen Einfluss auf das Buchungssystem des Museums und kann keine Buchungen oder mit der Buchung zusammenhängende Änderungen vornehmen.

Information für den Besuch von Auschwitz II-Birkenau: Zwischen dem ehemaligen Stammlager und dem etwa 2 km entfernten Birkenau verkehren regelmäßig kostenlose Shuttlebusse. Weiterführende Informationen zum Besuch des Museums Auschwitz-Birkenau sowie zu den Öffnungszeiten finden Sie hier,

Was geschah mit den Häftlingen im KZ?

Vernichtung durch Arbeit in den Konzentrationslagern – «Arbeit macht frei» lautete der zynische Spruch am Eingang zum Stammlager Auschwitz. Für Juden gab es kaum Hoffnung, das Lager zu überleben. «Arbeit» im Konzentrationslager bedeutete «Terrorarbeit» unter unmenschlichen Bedingungen: in Fabriken, in Rüstungsbetrieben, in der Landwirtschaft oder beim Lagerbau selbst, der in der Regel bereits Tausende Häftlinge das Leben kostete.

  1. Die ausgemergelten Häftlinge mussten im Laufschritt Ziegelsteine schleppen oder Straßenwalzen wie ein Pferdegespann ziehen.
  2. Wer versuchte, sich auszuruhen, wurde entweder sofort totgeschlagen oder in eine Strafkompanie versetzt, was einem Todesurteil gleichkam.
  3. Infolge der Schwerstarbeit und der völlig ungenügenden Ernährung magerten die Häftlinge in kurzer Zeit so stark ab, dass ihre Körper nur noch aus Haut und Knochen bestanden.

Oft wogen sie keine 30 Kilogramm mehr. Diese dem Tod geweihten, vollkommen entkräfteten Menschen wurden im Lager «Muselmänner» genannt. Dass einige von ihnen in gebückter Haltung apathisch hin und her schwankten, rief offenbar Assoziationen an betende Muslime hervor.

Welche Musik wurde im KZ gespielt?

Aktiver musikalischer Widerstand – Bezüglich des «aktiven musikalischen Widerstandes» kam auch hier besonders dem Gesang als nächstliegende Form der musikalischen Äußerung eine exponierte Rolle zu, konnten doch gegenüber der instrumentalen Musik gerade über den Text wichtige Intentionen vermittelt werden.

Doch mussten die Internierten diese oft kreativ verbergen, um Strafverfolgungen zu entgehen. In der Forschungsliteratur finden sich u.a. folgende Formen des «aktiven Widerstandes». Die von den Nazis vorgegebenen Lieder wurden absichtlich falsch gesungen: «Trotz härtester Strafen nahmen die Häftlinge die ihnen oktroyierten Gesänge nicht widerspruchslos hin.

Sie sangen absichtlich unrein und falsch, brüllten oder sangen zu leise.» Auch variierte man Gesänge in vielerlei Hinsicht. So wurden z.B. NS-Liedern neue Texte unterlegt. Texte, die bestimmte Intentionen enthielten, wurden geändert und teilweise parodiert.

Dadurch bekamen bisher weniger sinntragende Wörter neue Bedeutungen. Verbotene Lieder wurden heimlich gesungen. Besonders die inhaftierten Aktivisten der Arbeitersängerbewegung veranstalteten heimliche Treffen, bei denen traditionelle Arbeiterlieder gesungen wurden. In den Konzentrationslagern entstand auch eine Reihe von neuen Liedern, die, wenn zum Teil auch versteckt, die Zustände in den Lagern anprangerten.

Teilweise wurden die Stücke sogar auf Befehl der SS komponiert, wie die so genannte Lagerhymnen (z.B. in Buchenwald und Sachsenhausen). Das wohl bekannteste Lied, welches im KZ als Widerstandslied entstand, ist das von Rudi Goguel, Wolfgang Langhoff und Johann Esser im Konzentrationslager Börgermoor geschriebene «Moorsoldatenlied», in dem der Widerstand durch Selbstbehauptung gegen die Unterdrücker deutlich wird.

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Dabei sollte das Lagerleben auch kompositorisch umgesetzt werden. So äußerte sich der Komponist Rudi Goguel zum Anfang des Liedes dahingehend, dass «die drei gleichbleibenden Töne, mit denen das Lied beginnt, (.) die Öde des Moores und die schwere Situation charakterisieren, unter der die Moorsoldaten leben mußten»,

Das Werk wurde unmittelbar nach seiner Uraufführung, die im Rahmen der von den Gefangenen organisierten Kulturveranstaltung «Zirkus Konzentrazani» stattfand, von der SS verboten. Allerdings waren einige SS-Aufseher von dem Lied so fasziniert, dass sie es sich später immer wieder vorsingen ließen.

Wie war der Tagesablauf in einem KZ?

Alltag und Arbeit 3.1 Bei der Ankunft demonstrierte die SS mit Prügeln und Schi­ka­nen, was die neuen Häftlinge zu erwarten hatten. Oft mussten sie lange auf dem Appellplatz stillstehen. Ein SS-Führer hielt eine Begrüßungsansprache voller Strafdrohungen.

  1. Dann wurden die Häftlinge zur Effektenkammer getrieben, um Kleidung und sonstige Habe abzugeben.
  2. Es folgten das Duschen, die Desinfek­tion und das besonders demütigende Scheren der Kopf- und Schamhaare.
  3. Anschließend erhielten die Häftlinge KZ-Kleidung und eine Nummer, die daran angenäht werden musste, sowie eine Blechmarke mit der Nummer, die mit einer Schnur um den Hals zu tragen war.

Statt mit Namen wurden sie nun nur noch mit der Nummer aufgerufen. An einem der ersten Tage wurden sie, häufig unter weiteren Misshandlungen, in der Politischen Abteilung verhört. Ab 1942 blieben Neuankömmlinge meist einige Tage in Quarantäne. Wie Viele Konzentrationslager Gab Es 3.2 Die Häftlinge wurden vor Tagesanbruch geweckt. Obwohl großes Gedränge herrschte, musste jeder Häftling sich innerhalb etwa einer halben Stunde waschen, das „Bett bauen» und den Ersatzkaffee oder eine warme Brühe zu sich nehmen. Nach dem Morgenappell wurden die Kommandos eingeteilt.

Den ganzen Tag wurde gearbeitet. Mittags gab es eine Pause für die Suppenausgabe. Die Arbeitszeit betrug zehn bis zwölf Stunden, in den Wintermonaten etwas weniger. Nach dem Abendappell folgte das Abendessen. Um 21 Uhr begann die kurze, wenig erholsame Nachtruhe. Seit 1943 wurde sie immer häufiger durch Fliegeralarme unterbrochen, bei denen die Häftlinge im Dunkeln unter Prügeln in die Keller der neu errichteten Klinkergebäude laufen mussten.

In der knappen Freizeit abends und sonntags versuchten sie, ihre Kleidung zu säubern, Mithäftlinge zu treffen und Tauschgeschäfte durchzuführen. Wie Viele Konzentrationslager Gab Es 3.2 Gewalt war das wichtigste Herrschafts- und Terrormittel der SS im Lager. Befehle wurden mit dem Schlagstock erteilt. Der offizielle Strafkatalog umfasste unter anderem Strafarbeit in der Freizeit, Postverbot, Paketsperre, Strafstehen am Tor, Essens­entzug, Versetzung in die Strafkompanie, Arrest im „Bunker», Prügelstrafe, Pfahlhängen (bis 1942) und Exekution (ab 1942).

Außerdem konnte jeder SS-Aufseher nach Gutdünken strafen. Auch viele Funktionshäftlinge setzten ihre Anordnungen mit Schlägen durch, um ihre Position gegen­über der SS zu behaupten. Während einfache Häftlinge jeden Tag um ihr Überleben kämpfen mussten, konnten sich wichtige Funktionshäftlinge gute Verpflegung, saubere Kleidung und manchmal sogar persönliche Bedienstete leisten.

Einige nutzten ihre Macht­stellung dazu aus, Lebensmittel aus Paketen von Mithäftlingen oder sexuelle Kontakte zu erpressen. Wie Viele Konzentrationslager Gab Es 3.3 Die Verpflegung war so ungenügend, dass sehr viele Häftlinge innerhalb weniger Monate zugrunde gingen. Der Hunger beherrschte das Denken und Verhalten den ganzen Tag über. Morgens gab es einen halben Liter wässrigen Ersatzkaffee, mittags etwa einen Liter dünne Suppe und abends ein Stück Kommissbrot mit Wurst oder Käse von schlechter Qualität.

Die Brotration („Kuhle») wurde bis Kriegsende immer weiter verringert. In einigen Kommandos gab es 1943/44 zwei Scheiben als „Zulage». Die Häftlinge litten unter Eiweiß-, Fett- und Vitaminmangel. Viele versuchten, sich illegal Nahrung zu beschaffen. In der Kantine konnte nur einkaufen, wer Geld von zu Hause erhielt oder (ab 1943) Prämien bei der Arbeit bekam.

Viele Gefangene überlebten nur, weil sie Lebens­mittel­pakete von ihren Angehörigen oder vom Roten Kreuz erhielten. Wie Viele Konzentrationslager Gab Es 3.3 Als Kleidung trugen die Gefangenen zunächst ausschließlich die blau-weiß gestreiften Einheitsanzüge aus minderwertigen Stoffen wie Zellwolle. Die Schuhe waren primitiv, meist aus Stoff- oder Lederresten mit Holzsohlen gefertigt. An Jacke und Hose waren neben der Nummer die farbigen Dreiecke („Winkel») aufgenäht.

Ab 1943 wurde immer mehr Zivilkleidung, z. T. aus den Vernichtungslagern, an die Häftlinge verteilt. Diese Kleidungsstücke mussten mit gestreiften Stoffstücken oder Kreuzen und Strichen aus greller Ölfarbe versehen werden, damit sie bei einer Flucht auffielen. Oft hatten Kleidung und Schuhe nicht die richtige Größe.

Gegen Kälte und Nässe boten sie kaum Schutz. Trotz Verbots trugen manche Häftlinge alte Zementsäcke aus Papier unter der Kleidung oder versuchten, sich Textilien auf dem Schwarzmarkt im Lager zu beschaffen. Wie Viele Konzentrationslager Gab Es 3.3 1940/41 verfügten die Blocks nur über Handpumpen. Auch nach Fertigstellung der Kanalisation 1941 blieben die sanitären Einrichtungen unzureichend. An 15 bis 20 Wasserhähnen in jedem Waschraum drängten sich die Häftlinge morgens zu Hunderten. Erst seit der Flecktyphusepidemie 1941/42 wurden die Häftlinge geschlossen in ein neu errichtetes Duschbad geführt, anfangs wöchentlich, später jedoch immer seltener und 1944/45 nur noch in besonderen Fällen (z. B. Wie Viele Konzentrationslager Gab Es 3.3 Wie Viele Konzentrationslager Gab Es 3.3 In den Holzbaracken, jede in zwei „Blocks» eingeteilt, schliefen die Häftlinge anfangs dicht gedrängt auf dem Boden.1941 wurden die Baracken mit dreistöckigen Bettgestellen, Spinden, Tischen und Bänken ausgestattet. In den 50 Meter mal 8 Meter messenden Blocks waren in der Regel weit über 300, vorübergehend manchmal sogar über 600 Häftlinge zusammengepfercht.

Die beiden 1943/44 errichteten Klinkergebäude umfassten je vier Blocks, die offenbar mit 500 bis 700 Häftlingen belegt wurden, „Schonungsblocks» sogar noch höher. Ab 1944 teilten sich regelmäßig zwei, manchmal sogar drei Gefangene eine Bettstelle. Ruhiger Schlaf war wegen der Überfüllung nicht möglich.

In den Unterkünften roch es nach Schweiß und Fäkalien, weil die Waschmöglichkeiten begrenzt waren und viele Häftlinge unter Magen-Darm-Krankheiten litten. Es gab keine Privatsphäre. Bei der Verteilung der besten Schlaf­plätze galt oft das Recht des Stärkeren. Wie Viele Konzentrationslager Gab Es 3.3 Wie Viele Konzentrationslager Gab Es 3.3 Wie Viele Konzentrationslager Gab Es 3.4 3.4 3.4 Ab Februar 1940 trafen immer neue Häftlingstransporte aus dem KZ Sachsenhausen in Neuengamme ein. Unter Leitung des ersten Kommandanten, Walter Eisfeld, wurde eine eigene Verwaltung aufgebaut. Spätestens seit Anfang Juni 1940 war Neuengamme ein selbstständiges Konzentrationslager.

Die Bauarbeiten für das neue Lager begannen im April und wurden mit großem Nachdruck vorangetrieben. Am 4. Juni bezogen die KZ-Gefangenen die ersten drei Baracken. Bis Ende 1940 waren 14 Häftlingsunterkünfte, Werkstattbaracken, ein Krankenrevier, die Küche und andere Bauten sowie Umzäunung und Wachtürme fertig gestellt.

Auch das SS-Lager entstand 1940/41. Das Zuschütten der Wassergräben, die Verlegung der Kanalisation, die Befestigung des Appellplatzes und der Wege sowie die Inneneinrichtung der Baracken zogen sich noch bis zum Sommer 1941 hin.3.4 Erd-, Transport- und Bauarbeiten gehörten zu den härtesten Arbeiten der Häftlinge im Konzentrationslager Neuengamme.

  • Die Häftlinge arbeiteten, unzureichend bekleidet und ernährt, im Freien.
  • Sie mussten den lehmigen Boden ausheben, voll beladene Loren und Karren schieben, Planierwalzen und Transportwagen ziehen und andere schwere Tätigkeiten verrichten.
  • Entsprechend rasch setzte der körperliche Verfall ein.
  • Schläge waren Bestandteil des Arbeitsalltags.

Sie trafen besonders häufig Gefangene, die schon geschwächt oder krank waren und daher die geforderte Arbeitsleistung nicht erbringen konnten. Bewusst wurde auf den Einsatz von Maschinen wie z. B. Baggern verzichtet. In den Bauhandwerker­kolonnen waren die Arbeitsbedingungen etwas erträglicher.

  • Handwerker galten als Fachkräfte, deren Arbeitskraft benötigt wurde, und wurden daher weniger geschlagen.3.4 „Kommando Elbe» war die lagerübliche Bezeichnung für den Ausbau der Dove Elbe.
  • Der alte Elbarm sollte auf einer Strecke von etwa fünf Kilometern verbreitert und vertieft sowie durch einen Stichkanal verlängert werden, um ihn bis zum neuen Klinkerwerk schiffbar zu machen.
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KZ-Gefangene mussten 1940 bis 1943 das von Schwimmbaggern ausge­ho­bene Erdreich an Land verteilen und das Ufer begradigen und befestigen. Zeitweise arbeiteten dort über 1000 Häftlinge an mehreren Stellen zugleich. Sie mussten bei jedem Wetter Schwerstarbeit leisten und wurden dabei misshandelt und drangsaliert.

  1. Immer wieder wurden Häftlinge erschlagen, ertränkt und erschossen.
  2. Das „Kommando Elbe» gehörte zu den furchtbarsten Arbeits­stellen des Hauptlagers.3.4 An der Arbeit im Klinkerwerk zeigen sich beispielhaft die unterschiedlichen Ziele, die die SS mit der Zwangsarbeit in den Konzentrationslagern verband – ökonomische Rentabilität und Menschenvernichtung.

Das neue Klinkerwerk war ein nach dem damaligen Stand der Technik moderner Produktions­betrieb, in dem 160 bis 180 Häftlinge an der Verarbeitung des Tons zu Ziegelsteinen arbeiteten. In den Tongruben mussten dagegen Hunderte von Häftlingen in schwerer Handarbeit Ton stechen und in Loren füllen.

  1. Andere Häftlinge hatten die Aufgabe, volle Loren zum Klinkerwerk zu schieben.
  2. Die Gleise waren schlecht befestigt.
  3. Sprang eine Lore aus den Schienen, mussten die Häftlinge sie mitsamt der Ladung unter Schlägen wieder auf die Gleise heben.
  4. Die Tätigkeiten in den Tongruben, beim Transport und im Hafen waren besonders schwere Arbeiten, bei denen viele Häftlinge zugrunde gingen.3.4 Eine Tätigkeit im Häftlingslager oder im SS-Lager bedeutete oft eine höhere Überlebenschance, denn die Häftlinge waren bei Arbeiten in Gebäuden besser vor Kälte und Nässe geschützt.

Häftlinge, die in den Versorgungseinrichtungen der SS arbeiteten, z.B. in der SS-Küche, im Kaninchenstall, im SS-Garagenhof oder im Pferdestall, erhielten ausreichend zu essen, saubere Kleidung und bessere medizinische Versorgung als die meisten anderen KZ-Gefangenen.

  • Sie wurden auch gesondert untergebracht.
  • Auch viele der Arbeiten im Häftlingslager waren körperlich weniger anstrengend als die Erd- und Bauarbeiten.
  • Einige Arbeitsstellen boten die Möglichkeit, zusätzliche Lebensmittel zu organisieren.3.4 Die stärkere Einbindung der Konzentrationslager in die Wirt­schaft führte ab 1942 zur Ansiedlung privater Rüstungsbetriebe beim KZ Neuengamme.

Die Unternehmen mussten für die Häftlingsarbeit Entgelt zahlen und forderten daher geeignete Arbeitskräfte. Dies führte zum Teil zu einer leichten Verbes­serung der Ernährung durch „Brotzulagen». Auch willkürliches Prügeln während der Arbeit war mit dem Produktionsablauf nicht zu vereinbaren.

Die Betriebsleitungen von Messap und Jastram erreichten, dass die Häftlinge nicht mehr von SS-Leuten, sondern von zivilen Firmenangehörigen beaufsichtigt wurden. Schwere Misshandlungen und körperliche Überanstrengung bei der Arbeit blieben so die Ausnahme. In den Rüstungsbetrieben mussten die Häftlinge Produktions­normen erfüllen, sonst drohten Bestrafung und Versetzung in eines der gefürchteten Erd- und Tiefbaukommandos.3.4 Verschiedene kleinere Arbeitskommandos waren außerhalb des Lagers in der näheren Umgebung des Konzentrationslagers tätig.

Sie mussten auf Bauernhöfen oder in Betrieben arbeiten, die das KZ belieferten. Häufig wurden zu diesen Tätigkeiten Zeugen Jehovas eingesetzt, weil sie die Flucht aus Glaubens­gründen ablehnten. In der Stadt Hamburg mussten Häftlinge 1941 z. B. im Stadt­park und später in der Gartenanlage „Planten un Blomen» Hilfs­­arbeiten verrichten.

Nach Luftangriffen wurden KZ-Gefangene zur Trümmerbeseitigung und zum Bombenräumen gezwungen, wobei sie gelegentlich Lebensmittel finden konnten. Auch wurden sie unter den Blicken der Zivilbevölkerung seltener geschlagen. Bei der Explosion von Blindgängern fanden immer wieder Häftlinge den Tod. In Hamburg-Oortkaten mussten 1000 Häftlinge im Herbst 1944 unter furchtbaren Bedingungen Panzersperrgräben ausheben.3.4 Wichtige Funktionshäftlinge und Facharbeiter erhielten Vergünstigungen, sie durften z. B.

ihr Haar wachsen lassen. Dadurch wurde ein zentrales Element der Lagerbeherrschung, die Rangordnung der Häftlinge, für alle wahrnehmbar. Außerdem führte die SS im Sommer 1943 ein Prämiensystem ein: Die Vergabe von „Prämienscheinen» zum Einkauf in der Kantine, Tabakrationen und Zusatznahrung waren offiziell an die Erfüllung von Arbeitsnormen gebunden.

  1. Die höheren Überlebenschancen sollten ein Mittel des Arbeitszwanges sein.
  2. Im Lageralltag war die Vergabepraxis von Prämienscheinen und Zusatznahrung jedoch oft nicht leistungsbezogen, sondern willkürlich.
  3. Die Prämienscheine spielten wegen des unzureichenden Nahrungsmittelangebots in der Kantine für die Versorgung der Häftlinge praktisch keine Rolle; begehrt waren vor allem die Zigaretten.3.4 1944 deportierte die SS zwölf Frauen ins Hauptlager Neuen­gamme – als Zwangsprostituierte für privilegierte Häftlinge.

Die Möglichkeit zum Bordellbesuch galt als Statussymbol und sollte dazu beitragen, die Arbeitsmotivation der Männer zu erhöhen. Die überwiegend deutschen Frauen waren im KZ Ravensbrück dazu gezwungen oder mit dem Versprechen angeworben worden, nach einem halben Jahr Tätigkeit entlassen zu werden – was in keinem Fall geschah.

Sie wurden in einer Baracke hinter den Krankenrevieren untergebracht, deren Umzäunung sie nie verlassen durften. Von der SS wurden die Frauen verachtet. Männliche Häftlinge nahmen sie aufgrund ihrer besseren Verpflegung und Unterbringung häufig als bevorzugt wahr.3.4 Zwangsprostituierten war es aus Angst vor Stigmatisierung nach der Befreiung kaum möglich, über ihre Erlebnisse zu berichten.

Scham, die Angst vor Voyeurismus, nicht selten auch Schuldgefühle begleiten sie bis heute. Aber auch viele männliche Überlebende sprechen nicht darüber aus Sorge, es könnte ein falsches Bild von der Situation im Lager entstehen. Doch gerade die Tabuisierung des Themas in der Gesellschaft hat bis heute verhindert, die Lagerbordelle als das zu sehen, was sie waren: Orte, an denen Menschen auf doppelte Weise Gewalt angetan wurde – als KZ-Gefangenen und als Frauen.3.5 Die meisten Häftlinge litten an Magen-Darm-Erkrankungen, viele an Hungerödemen, Tuberkulose, Wundentzündungen und Verstümmelungen.

  • Anfang 1942 musste das Lager wegen einer Flecktyphusepidemie unter Quarantäne gestellt werden.
  • Wie ein Häftling im Krankenrevier behandelt wurde, hing von seiner Stellung im Lager ab.
  • Für die meisten gab es kaum medizinische Hilfe.
  • Viele Bedürftige wurden von der SS vor dem Revier abgewiesen.
  • Medikamente waren rar.

Für Verbände wurde Krepppapier benutzt. Die Betten waren oft mit mehreren Patienten belegt. Kranke mit ansteckenden Krankheiten wurden nicht ausreichend isoliert. Bis Ende 1941 durften Häftlinge, die von Beruf Arzt waren, nicht im Revier arbeiten. SS-Ärzte führten im Revier Experimente an Häftlingen durch, unter anderem mit Tuberkulose.

  1. Manchmal konnten Kranken­pfleger besonders drangsalierte Häftlinge aber durch Aufnahme ins Krankenrevier auch schützen.3.5 Die Lebens- und Arbeitsbedingungen führten dazu, dass ein großer Teil der Häftlinge sehr geschwächt war.
  2. Ranke, die sich nicht erholten, wurden in andere Lager abgeschoben oder durch Injektionen getötet.

Die Mehr­zahl der „Muselmänner» – so der Lagerausdruck für die geschwächten, nicht mehr arbeitsfähigen Häftlinge – starb an Hunger, Entkräftung und unbehandelten Erkrankungen. Ab Herbst 1944 entwickelte sich das Hauptlager immer mehr zu einem Sterbelager für die stark ansteigende Zahl der Häftlinge, die arbeitsunfähig aus den Außenlagern zurück­gebracht wurden.

Schwerkranke, Sterbende und Tote lagen ohne Pflege in „Schonungsblocks» – oft drei und mehr dicht gedrängt neben- und übereinander in einer Bettstelle.3.6 Einige Hundert Häftlinge sind aus dem Konzentrationslager Neuengamme entlassen worden. Sie mussten sich schriftlich zu absolutem Stillschweigen über ihre Erfahrungen im KZ verpflichten.

Die Nichteinhaltung des Verbotes hatte die erneute KZ-Einweisung zur Folge. Einige Häftlinge wurden in die SS-Sonderformation Dirle­wanger zur „Bewährung» entlassen. Im Juli 1943 betraf dies 25, im November 1944 über 70 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme.

Hat man freiwillig im KZ gearbeitet?

KZ Ravensbrück: Frauen beaufsichtigen Frauen – Zuständig für die Insassinnen waren vor allem weibliche Aufsichtspersonen. Zwischen 1939 und 1945 wurden mehr als 3.500 Aufseherinnen im KZ Ravensbrück ausgebildet. Es waren Frauen aus allen Bevölkerungsschichten, viele waren sehr jung, kaum älter als 20 Jahre.

Sie wurden dienstverpflichtet oder meldeten sich freiwillig. Und sie nahmen ihre Arbeit genau. Am Morgen ließen sie die Häftlinge auf dem Lagergelände antreten. «Beim Zählappell», berichtet eine ehemalige Inhaftierte, «sind die Frauen in die Arbeitskolonnen eingeteilt worden. Und wenn sie dann zwei Stunden beim Zählappell standen in der Kälte, sind sie vor Schwäche umgefallen.

Dann haben die Aufseherinnen die Hunde auf sie gehetzt. Und wenn die Frauen müde waren, wurden sie mit Stöcken geschlagen.» Offiziell waren Misshandlungen verboten. Doch wie die Aufseherinnen ihre Kontroll- und Disziplinargewalt ausübten, blieb ihnen letztlich selbst überlassen.

  • Warum waren diese Frauen so grausam? Das haben sich ehemalige Häftlinge lange gefragt.
  • Die Aufseherinnen sahen nett aus, waren gut angezogen, stammten vermutlich aus gutbürgerlichen Familien.
  • Und doch haben sie uns Häftlinge mit einer Grausamkeit behandelt, die man absolut nicht schildern kann», sagte die Überlebende Irmgard Konrad dem NDR im Jahr 2005.
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«Es machte ihnen einfach Freude, es machte ihnen Spaß, Menschen zu töten, Menschen zu quälen. Wie konnten Menschen so werden?»

Waren auch Frauen bei der SS?

Referentin: Dr. Jutta Mühlenberg Dr. Jutta Mühlenberg referierte in Wewelsburg über das SS-Helferinnenkorps, ihren Kriegseinsatz und das Ziel von „Reichsführer» Heinrich Himmler, eine Schwesterorganisation der Schutzstaffel mit weiblichen Mitgliedern zu schaffen.

  • Die Frauen auf dem Schwarzweiß-Foto lachen.
  • Sie sind jung, hübsch, gut gelaunt, modern frisiert, tragen knielange Röcke und lässig-schräg auf den Köpfen sitzende Mützen.
  • Schaut man in ihre Gesichter, finden sich wenige Unterschiede zu heutigen jungen Frauen um die 20 Jahre.
  • Doch auf der linken Brusttasche der Frauen auf dem Foto prangen die doppelten Sigrunen der SS, es ist aufgenommen im Sommer 1944, im SS-Erholungsheim Solahütte, 30 Kilometer entfernt vom Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, inmitten der Frauen steht der SS-Obersturmführer Karl-Friedrich Höcker, Adjutant des Auschwitzer Lagerkommandanten.

Bei den Frauen auf dem Bild handelt es sich um Angehörige des SS-Helferinnenkorps, über das Dr. Jutta Mühlenberg aus Hamburg im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Frauen im Nationalsozialismus» des Kreismuseums Wewelsburg im gut besuchten Burgsaal referierte.

  1. Das SS-Helferinnenkorps wurde 1942 von „Reichsführer-SS» Heinrich Himmler gegründet, um Soldaten der Waffen-SS für den Fronteinsatz frei zu machen.
  2. Ihre Arbeit, insbesondere im Nachrichten- und Fernmeldewesen, wurde von freiwilligen „SS-Maiden» übernommen.
  3. Diese wurden in einer SS-Helferinnenschule im Elsass ausgebildet, die Himmler als „Mutterhaus» seines Ordens verstand.

Ähnlich wie die Männer bei der Allgemeinen SS mussten die Frauen strenge Aufnahmekriterien erfüllen, wurden einer rassischen Prüfung unterzogen und während der Ausbildung weltanschaulich geschult. Überstanden sie alle Prüfungen, so wurden die jungen Frauen als Angehörige der Waffen-SS zu regulären Mitgliedern der SS-Sippengemeinschaft.

  • Insgesamt waren dies 2375 Frauen.
  • Langfristig plante Himmler, den Grundstein zu legen für eine weibliche Schwesterorganisation der SS.
  • Die Frauen, die sich dem SS-Helferinnenkorps anschlossen, waren – so Jutta Mühlenberg – mehrheitlich zwischen 18 und 21 Jahren alt, ledig, im Nationalsozialismus sozialisiert und meist bereits im BDM in leitenden Funktionen tätig gewesen.

Zwar hatten sie sich von den christlichen Konfessionen bereits weitestgehend losgesagt, waren jedoch nicht unbedingt Mitglieder der NSDAP. Schon während der Ausbildung im „Mutterhaus» im Elsass, war es für die Frauen alltägliche Normalität geworden, KZ-Häftlinge bei der Zwangsarbeit zu sehen.

  • Bei ihren Einsätzen wurden die Frauen dann selbst zu „Kolleginnen der Täter» und arbeiteten in den Vermittlungsstellen der Konzentrationslager, auf dem Obersalzberg, im Reichssicherheitshauptamt oder in der Volksdeutschen Mittelstelle.
  • Im konkreten juristischen Sinne seien Tatbeteiligung und Mitwisserschaft der Frauen nicht zu klären.

Die nachrichtliche Übermittlung von Befehlen und Berichten gehörte jedoch zum Arbeitsalltag der Frauen, entsprechend dürfte das rassistische Mordprogramm zumindest zu ihrem Kenntnisstand gehört haben. In diesem Kontext betonte Jutta Mühlenberg die Freiwilligkeit des Einsatzes der Frauen und die Wahlfreiheit des Einsatzortes.

Hatte das KZ Buchenwald eine Gaskammer?

Haltlose Vorwürfe gegen die Gedenkstätte Buchenwald – Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora Dazu stellt die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora fest: Die Darstellung Herrn Tenenboms der Arbeit der Gedenkstätte Buchenwald ist absurd und entbehrt jeder Realität.

  • Herr Tenenbom gibt die Gespräche mit mir und dem Leiter der pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte entstellt wieder.
  • Ich habe zu keinem Zeitpunkt davon gesprochen, dass Juden in Uganda hätten angesiedelt werden sollen.
  • Auch das T-Shirt der Uganda-Bar in Jerusalem ist kein Propaganda-T-Shirt.
  • Die Uganda-Bar ist eine unter jungen Israelis beliebte Bar mit künstlerischen Veranstaltungen, die ich gerne mit meiner langjährigen israelischen Frau, die selbst Künstlerin ist, besucht habe.

Denn die Bar liegt in der Nähe der Wohnung ihrer Mutter und man bekommt dort guten Humus und interessante Musik. Internationaler Forschungstand ist, dass das KZ Buchenwald nicht zu den Vernichtungslagern – wie die Lager der „Aktion Reinhard» oder das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau – gehört hat.

  • Internationaler Forschungsstand ist auch, dass es im KZ Buchenwald und seinen Außenlagern keine Gaskammern gegeben hat und dass im KZ Buchenwald keine Tötungen durch Gas stattgefunden haben, wie Herr Tenenbom in seinem Buch behauptet.
  • Dass damit nicht gesagt ist, dass im KZ Buchenwald keine Massenmorde und andere Greuel stattgefunden haben, versteht sich von selbst.

Ein Klick auf die Homepage der Gedenkstätte unter www.buchenwald.de ermöglicht, sich leicht über die Geschichte des KZ Buchenwald und die Arbeit der Gedenkstätte Buchenwald zu informieren. In der Gedenkstätte Buchenwald arbeiten weder Rassisten noch Antisemiten.

Vielmehr ist die Gedenkstätte Buchenwald international hoch angesehen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland ist im Stiftungsrat der Gedenkstätte vertreten. Herr Naftali Fürst, Haifa, der das KZ Buchenwald als Kind überlebt hat, ist Mitglied im Beirat der Überlebenden des KZ Buchenwald. Gemeinsam mit Herrn Fürst hat die Gedenkstätte gerade erst in Tel Aviv (September 2012) ein Treffen mit den geretteten Kindern von Buchenwald veranstaltet.

Die israelische Botschaft ist jedes Jahr zu den Feiern der Befreiung des Lagers im April anwesend. Hochrangige Delegationen aus Israel haben die Gedenkstätte immer wieder besucht. Der Leiter der pädagogischen Abteilung hat 1977/78 als junger Mann als Freiwilliger in Israel gearbeitet und ist einem palästinensischen Attentat zum Opfer gefallen.

Dabei ist sein Bruder umgekommen. Er selbst wurde schwer verletzt. Ein israelischer Arzt, Überlebender des Holocaust, hat ihn behandelt. Diese Erfahrung hat Herrn Gaede geprägt. Er setzt sich deshalb insbesondere für die Zusammenarbeit mit Israel und den Friedensprozess ein. In diesem Sinn hat er auch den vom Auswärtigen Amt vorgeschlagenen Träger des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar 2008 – den palästinensischen Rechtsanwalt Issam Ounis – in der Gedenkstätte und in Weimar betreut.

Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora verurteilen alle Aktivitäten, die den Holocaust leugnen oder das Existenzrecht des Staates Israel in Frage stellen. Prof. Dr. Volkhard Knigge Stiftungsdirektor Die Deutschlandfunk-Rezension „Literarisches Fastfood» über Tenenboms Buch finden Sie Einen Artikel über Tenenboms Recherchemethoden in Weimar finden Sie : Haltlose Vorwürfe gegen die Gedenkstätte Buchenwald – Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

Wo lang ging der Todesmarsch?

Todesmärsche durch Ortschaften – Der Todesmarsch aus Auschwitz blieb nicht der einzige. Da die Fronten im Osten und im Westen immer näher heranrückten und Interner Link: Nazi-Deutschland weiter Territorium verlor, wurden bald auch im Reichsinneren KZ-Häftlinge in die Ungewissheit geschickt.

Vom KZ Sachsenhausen gingen sie in Richtung Wittstock, aus dem KZ Flossenbürg in Richtung Dachau, von dort später weiter nach Österreich. Da die Marschrouten jedoch teilweise versperrt waren, irrten die Häftlinge unter Bewachung der SS oft wochenlang ohne ausreichende Verpflegung umher. Im immer enger werdenden Korridor zwischen der Ostsee und den Alpen schleppten sich die Kolonnen über Straßen und durch Ortschaften – sichtbar für die Bevölkerung.

Tausende Leichen lagen entlang der Routen. Die Konfrontation mit den Todesmärschen nahmen die Einheimischen als Zumutung wahr und reagierten weitgehend passiv auf das Leiden vor ihren Augen. Teilweise wurden die Wachmannschaften jedoch auch aktiv unterstützt – beim Weitertransport der Häftlinge, bei deren Ermordung und beim Verscharren der Leichen.

Neben Funktionsträgern wie Polizisten, lokalen NSDAP-Funktionären oder Mitgliedern von «Volkssturm» und «Hitler-Jugend» beteiligten sich auch sogenannte Normalbürger. Die Akteure kamen aus allen Schichten und Altersgruppen. Versuche der Hilfeleistung für die KZ-Häftlinge blieben die Ausnahme. Akteure und Situationen ähnelten sich dabei im gesamten Reichsgebiet, ohne dass es eine zentrale Steuerung oder eine funktionierende Kommunikationsstruktur gegeben habe.

Die Räumung der Konzentrations- und Vernichtungslager sei so «zum letzten nationalsozialistischen Gesellschaftsverbrechen» geworden, sagt der Historiker Martin Clemens Winter.